Irgendwann sitzt auch in einem kleinen Ort jemand an Ihrem Tisch, der die Karte lieber in seiner eigenen Sprache läse. Kommt das öfter vor, ist eine zweite Sprache eine berechtigte Überlegung. Nur sollten Sie vorher zwei Dinge bedenken: Jede Sprache müssen Sie bei jeder Preis- und Sortimentsänderung mitpflegen, und ein falsch geschriebener Gerichtsname oder eine falsche Allergenangabe schickt den Gast in die falsche Richtung. Es kommt also darauf an, wer bei Ihnen tatsächlich am Tisch sitzt.
Wer sitzt an Ihren Tischen?
Eine Rangliste der meistgesprochenen Sprachen bringt Sie hier nicht weiter. Zählen tun die Leute, die wirklich zu Ihnen kommen, und die lassen sich meist in drei Gruppen sortieren.
Die erste sind die Durchreisenden: Touristen, Hotelgäste, Leute auf Messe oder Tagung. Sie kommen einmal und können niemanden nach einer Empfehlung fragen, deshalb verlassen sie sich am stärksten auf die Karte. Die zweite Gruppe wohnt oder arbeitet in der Nähe und liest in einer anderen Sprache einfach sicherer, etwa Kollegen aus der Firma nebenan oder Studierende. Die kommen wieder, und bei ihnen zahlt sich eine gute Übersetzung über viele Besuche aus.
Die dritte Gruppe sieht man nicht am Tisch. Wenn Sie Lieferung oder Abholung anbieten, fragen Sie sich, in welcher Sprache die Bestellungen, Nachrichten und Anrufe eingehen. Kommt dabei regelmäßig dieselbe Sprache vor, ist das ein ebenso deutliches Zeichen wie ein Tisch, an dem gezeigt und gestikuliert wird.
Welche Sprachen wirklich nötig sind
Fragen Sie Ihr Serviceteam, in welche Sprache es am häufigsten wechselt und an wie vielen Tischen pro Woche. Beobachten Sie das ein, zwei Wochen lang, denn ein einzelnes Kongresswochenende täuscht schnell. Taucht eine Sprache in jedem Service auf, nehmen Sie sie auf. Kommt sie nur ein paarmal im Monat vor und Ihre Leute lösen das mit Freundlichkeit und einer Geste, rechtfertigt eine übersetzte Karte den Pflegeaufwand vermutlich noch nicht.
Eine Saisonspitze spricht dafür, die Karte vor der Saison zu übersetzen, aber nicht, wenn Sie die Übersetzung in den ruhigen Monaten nicht aktuell halten können. Hotels mit Frühstück und Zimmerservice haben außerdem eigene Fragen, die wir in QR-Menü im Hotel und in der Pension behandeln.
Die Sprache wählt der Gast am Handy selbst, im Menü Ihrer Gäste gibt es dafür eine Sprachauswahl. Sie bestimmen also nicht, was der Gast liest, sondern nur, welche Sprachen Sie bereit sind zu pflegen.
Was jede weitere Sprache im Alltag bedeutet
Das Übersetzen selbst ist der günstige Teil. Der Aufwand kommt an einem gewöhnlichen Dienstag: Sie erhöhen den Preis des Mittagsgerichts, tauschen eine Beilage oder nehmen ein Dessert der Saison auf. Bei einer Sprache ändern Sie das einmal, bei drei Sprachen dreimal, und Sie müssen im Kopf behalten, dass alle drei dran waren.
Meistens geht dabei eines von zwei Dingen schief. Entweder wird eine Sprache vergessen, das neue Gericht steht dann nur in der Hauptsprache, und wer die Karte anders liest, sieht nicht, was der Rest des Raums bestellt. Oder es wird nur halb nachgezogen: Der Preis stimmt überall, aber die Beschreibung nennt in einer Sprache noch die alte Beilage. Gäste schieben das nicht auf die Übersetzung, sondern auf die Küche.
In FineDine sehen Sie im Translation Center für jede Sprache den Fortschritt in Prozent, eine zurückgefallene Sprache fällt also sofort auf, und der Filter für Unübersetztes zeigt, was genau fehlt. Die Tabs für Menüs, Modifier, Umfragen und Weiteres erinnern außerdem daran, dass nicht nur Gerichtsnamen übersetzt werden müssen. Auch Zusatzoptionen wie „mit Käse“ und die Gästeumfrage gehören dazu.
Legen Sie vor jeder neuen Sprache fest, wer sie betreut. Eine Person mit einer kurzen Routine nach jeder Kartenänderung genügt. Kann im Team niemand diese Sprache lesen, merken Sie nicht, wenn etwas schiefläuft, und dann warten Sie besser noch.
Nach der KI-Übersetzung: was ein Küchenkenner prüfen muss
Das Translation Center übersetzt auf Wunsch per KI, und als erster Entwurf spart das Stunden. Mehr als ein Entwurf ist es aber nicht. Der Editor zeigt Ihren Originaltext und die Übersetzung Zeile für Zeile nebeneinander, und genau so lesen Sie gegen: Was Sie geschrieben haben und was der Gast liest, steht in einer Zeile.
Lesen sollte jemand, der Ihre Küche kennt und nicht nur die Sprache. Sind Sie das selbst oder ist es Ihre Küchenchefin, ist das einfach. Holen Sie sich eine Muttersprachlerin von außen, setzen Sie sie mit jemandem zusammen, der die Gerichte erklären kann, denn eine flüssige Übersetzung des falschen Gerichts bleibt falsch.
Beginnen Sie bei den Gerichtsnamen. Manche gehören übersetzt, manche bleiben im Original, und bei manchen braucht es beides: den Originalnamen mit einer kurzen, schlichten Beschreibung. Das kann die KI nicht wissen, sie kennt Ihre Gäste ja nicht. Ein regionales Gericht, Wort für Wort übertragen, ergibt schnell etwas, das niemand bestellen würde, oder ein ganz anderes Gericht. Prüfen Sie, ob der Name, den der Gast liest, derselbe ist, den er dem Servicepersonal nennen kann.
Dann die Allergene und Ernährungsangaben. Nennt die Beschreibung eine Zutat, oder steht dort „vegetarisch“ oder „enthält Nüsse“, muss die übersetzte Zeile dasselbe sagen, und zwar in Wörtern, die der Gast kennt. Vergleichen Sie jede Beschreibung Gericht für Gericht mit dem, was die Küche tatsächlich macht. Dass Einschränkungen wie „kann Spuren enthalten“ oder „ohne“ erhalten geblieben sind, sollten Sie nicht voraussetzen, denn solche kleinen Wörter fallen als Erstes weg. Weicht der Text von der Küche ab, ändern Sie den Text, und sind Sie unsicher, passen Sie die Beschreibung an, bis Sie es nicht mehr sind.
Als Nächstes kommen Einheiten und Mengen. Gramm und Unzen, Zentiliter und Fluid Ounces, „eine Portion“ und „für zwei“ lassen sich nicht immer sauber übertragen. Entscheiden Sie, ob die Originaleinheiten bleiben oder umgerechnet werden, und halten Sie das in allen Zeilen gleich, denn ein Mischmasch verwirrt Gäste mehr als jede der beiden Lösungen.
Ist eine Sprache durch, gehen Sie die Karte noch einmal als Gast durch, am Handy und über die Sprachauswahl im Gästemenü. Lange Namen, die schlecht umbrechen, und abgeschnittene Zeilen sieht man nur dort.
Preise und Währung
Bei Preisen kann eine Übersetzung richtig aussehen und trotzdem in die Irre führen. Sprachen schreiben Zahlen unterschiedlich: Manche setzen das Komma als Dezimaltrennzeichen und den Punkt für Tausender, andere machen es umgekehrt, und ein Preis wie 1.250 kann tausendzweihundertfünfzig oder eineinviertel heißen. Auch das Währungssymbol steht mal vor, mal hinter der Zahl. Lesen Sie in jeder Sprache jeden Preis und vergleichen Sie ihn mit der Hauptkarte.
Die Währung stellen Sie in Settings > Price Options ein, ein Symbol gehört weder in Gerichtsnamen noch in Beschreibungen. Und falls Sie Gäste haben, die in einer anderen Währung denken: Ein umgerechneter Betrag im Beschreibungstext ist veraltet, sobald sich der Kurs bewegt.
| Prüfpunkt | Was typischerweise schiefgeht | Wer lesen sollte |
|---|---|---|
| Gerichtsnamen | Regionales Gericht Wort für Wort übersetzt, oder ein Name, mit dem der Gast nicht nachfragen kann | Küchenchef oder wer das Gericht kennt |
| Allergene und Ernährungsangaben | Einschränkung wie „kann Spuren enthalten“ oder „ohne“ fehlt, oder eine Zutat heißt anders als in der Küche | Küchenleitung, Zeile für Zeile |
| Einheiten | Gramm und Unzen gemischt, Portionsangabe passt nicht mehr | Wer die Rezepte schreibt |
| Preisschreibweise | Komma und Punkt vertauscht, Symbol an falscher Stelle | Jeder, gegen die Hauptkarte |
| Modifier und Extras | Optionen anders übersetzt als die Gerichte, zu denen sie gehören | Service- oder Restaurantleitung |
Häufig gestellte Fragen
- Lohnt sich eine Sprache, nur weil im Sommer ein paar Touristen kommen?
- Nur wenn dieselbe Sprache regelmäßig am Tisch auftaucht. Ein Saisonhoch spricht dafür, die Karte vor der Saison zu übersetzen, aber nicht, wenn Sie sie in den ruhigen Monaten nicht pflegen können. Und wenn Ihre Leute den Gästen in dieser Sprache ohnehin weiterhelfen, kommen Sie womöglich ohne aus.
- Kann ich die KI-Übersetzung ohne Gegenlesen übernehmen?
- Nein. Als erster Entwurf im Translation Center ist sie nützlich, aber Gerichtsnamen, Allergenangaben, Einheiten und Preise muss jemand mit Küchenwissen lesen.
- Muss jeder Gerichtsname übersetzt werden?
- Nicht unbedingt. Manche Gerichte bleiben besser beim Originalnamen mit kurzer Beschreibung in der Sprache des Gastes, damit er so bestellen kann, wie Ihr Service es sagt. Entscheiden Sie das Gericht für Gericht.
- Was ist, wenn ich später ein neues Gericht aufnehme?
- Es muss in jeder angebotenen Sprache übersetzt werden. Im Translation Center zeigt der Filter für Unübersetztes, was noch fehlt, und der Prozentwert je Sprache, welche zurückliegt.
- Was kostet es, Sprachen hinzuzufügen?
- Preise und verfügbare Sprachoptionen finden Sie auf der Preisseite. Die Zeit, die Sie für die Pflege jeder Sprache brauchen, ist ein eigener Kostenpunkt.


