Sie wollen Bestellungen direkt von Ihren Gästen annehmen, für den Tisch, zum Abholen und zum Liefern, und keine Plattform dazwischen haben. Dann hängt die Wahl des Systems an drei Fragen: Wie kommt die Bestellung in die Küche? Wer fährt die Lieferung? Welche Zahlungsarten können Sie anbieten? Die Funktionsliste des Anbieters ist daneben zweitrangig. Mit diesen drei Fragen lässt sich auch klären, wo FineDine passt und wo nicht.
Drei Arten von Systemen, die alle „Bestellsystem“ heißen
Manche Kassensysteme haben eine eigene Bestellfunktion. Online- und Tischbestellung laufen dann durch dieselbe Kasse in die Küche. Dann gibt es reine Bestell-Widgets für die eigene Website, meist für Abholung und Lieferung und ohne Kasse dahinter. Und es gibt Plattformen, die digitale Speisekarte, Bestellung und Auswertung in einem Konto zusammenführen.
Welche Art Sie brauchen, hängt davon ab, wo es bei Ihnen klemmt. Sind Sie mit Ihrer Kasse zufrieden, suchen Sie vor allem eine saubere Anbindung. Haben Sie noch keine digitale Karte, fangen Sie besser dort an. Eine Übersicht nach Engpass finden Sie in unserem Beitrag Digitale Bestellung im Restaurant: Welche Form zu Ihrem Engpass passt.
Vor jedem Vergleich steht eine Frage an den Anbieter: Wie nehme ich Speisekarte und Gästedaten wieder mit? Bei einer Google-Suche im Oktober 2026 stand auf der Seite eines der obersten Anbieter, dass das Produkt abgekündigt ist. Wer dort eine Karte mit hundert Artikeln gepflegt hat, baut sie jetzt neu auf.
Vom Scan bis zum Bon: Was in der Küche ankommen muss
Der Gast bestellt am Tisch, und in der Küche kommt nichts an. An diesem Fall entscheidet sich jedes System, also prüfen Sie den Weg der Bestellung bis zum Pass. Erscheint sie auf einem Bildschirm, kommt sie als Bon aus dem Drucker, oder tippt jemand sie von Hand in die Kasse? Und wer sieht, dass ein Gericht fertig ist, damit der Service es abholt?
Am Tisch kommt noch eine Frage dazu: Bekommt jeder Tisch einen eigenen QR-Code, oder gibt es einen für alle? Mit eigenem Code weiß die Küche, wohin das Essen geht. Bei einem gemeinsamen Code fragt das System den Gast nach der Tischnummer, und ein Tippfehler schickt den Teller an den falschen Tisch. Wie das Bestellen am Tisch im Ablauf aussieht, beschreibt QR-Code-Bestellsystem: So funktioniert Bestellen per Scan am Tisch.
Abholung und Lieferung im eigenen Kanal: Was Sie dann selbst tragen
Man umgeht die Plattform wegen der Provision. Die Rechnung hat aber zwei Seiten. Sie sparen die Vermittlungsgebühr, übernehmen dafür aber die Fahrer und die Reklamationen, etwa wenn die Lieferung kalt ankommt. Eine Zahl dafür können wir Ihnen nicht nennen, sie hängt von Ihren Plattformverträgen und Ihrem Bestellvolumen ab. Rechnen Sie mit Ihren eigenen Abrechnungen nach.
Prüfen Sie bei jedem System, ob sich Liefergebühr, Lieferzeit, Mindestbestellwert und Vorbestellung einstellen lassen. Wer Alkohol verkauft, braucht außerdem eine Altersabfrage. Ein Lieferpartner mit eigenen Fahrern ist bei vielen Systemen eine eigene Anbindung. Fragen Sie danach ausdrücklich, setzen Sie sie nicht voraus.
Zahlung und Kasse: Was Sie vorher klären
Wer online bestellt, zahlt meistens auch online. Fragen Sie deshalb, welche Zahlungsanbieter angebunden sind und ob Ihr bisheriger dabei ist. Ein Wechsel des Zahlungsanbieters belastet Ihre Buchhaltung mehr als jede Bestellseite. Die Gebühren erhebt der Zahlungsanbieter selbst, sie stehen nicht in der Software.
Dazu die Kasse: Steuerliche Pflichten, in Deutschland etwa die TSE, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung. Auch eine Anbindung zwischen Bestellsystem und Kasse nimmt Ihnen diese Klärung nicht ab. Wie QR-Zahlung im Mittagsgeschäft den Ablauf verändert und wo der Kellner schneller bleibt, zeigt QR-Zahlung im Mittagsgeschäft.
Was FineDine aus dieser Liste abdeckt
FineDine führt Speisekarte und Bestellung in einem Konto. Die Karte entsteht aus einem Foto, einem PDF oder einer Excel- oder CSV-Datei, die der Menu Manager einliest. Bestellt wird über drei Kanäle, die Sie einzeln einschalten: am Tisch per QR-Code, zur Abholung oder Lieferung und über Tablets im Lokal. Pro Kanal stellen Sie ein, was die Tabelle zeigt.
Die Bestellung landet auf einem Bildschirm, den Sie im Vollbild öffnen können. Mit der Stufe Ready sieht der Service, dass er abholen kann. Einen Bon gibt es nur über die Drucker-Anbindung im Marketplace. Als Zahlungsarten kennt das Panel Karte, Bargeld an der Kasse und Online-Zahlung per Apple Pay, Google Pay oder Karte, dazu Trinkgeld. Im Marketplace sind Zahlungsanbieter wie Stripe, Square und SumUp angebunden, dazu eine Bondrucker-Anbindung.
Nach dem Start zeigt FineDine IQ Umsatz, Bestellungen und Durchschnittsbon nach Zeitraum. Die Auswertung wird stündlich aktualisiert und meldet Ausreißer, etwa bei Umsatz oder Bestellungen. Eine Nachkalkulation ersetzt das nicht. Sie sehen aber, ob nach der Umstellung Umsatz oder Bestellungen eingebrochen sind.
Wo FineDine nicht passt
Der Marketplace führt Kassen-, Drucker- und Zahlungsanbindungen. Lieferpartner mit eigenen Fahrern gibt es dort nicht. Wer Lieferung anbieten will, fährt selbst oder bleibt bei Abholung.
Die elf Kassenanbindungen sind Foodics, Revel, Clover, Epos Now, POS Rocket, Simpra, TiPOS, Simphony, Positouch, Dinerware und Brink. Die Liste zielt erkennbar auf die Türkei, den Nahen Osten und globale Anbieter. Dass eine in Deutschland verbreitete Kasse dabei ist, sollten Sie nicht annehmen. Fehlt Ihre Kasse, läuft die Bestellung als getrennter Ablauf neben der Kasse.
Betriebe mit mehreren Standorten können in einem Konto mehrere Marken verwalten. Welcher Tarif wie viele Bestellungen, Tische und Standorte erlaubt, steht auf der Preisseite und ändert sich.
Der Umstieg von einem bestehenden System
Fangen Sie mit der Karte an, nicht mit der Bestellung. Laden Sie Ihre bisherige Karte als Foto, PDF oder Tabelle hoch und lesen Sie das Ergebnis Artikel für Artikel gegen. Größenvarianten, Preise und Zusatzoptionen sind die Stellen, an denen die automatische Erkennung am ehesten danebenliegt. Ein CSV-Import legt ein neues Menü an und überschreibt das alte nicht. Die KI-Verarbeitung verbraucht Guthaben. In der Testphase stehen 50 Guthaben bereit, wie viel ein Vorgang kostet, hängt von seiner Art ab. Außerdem gilt in der Testphase eine Grenze von 80 Artikeln je Menü. Bei größeren Karten laden Sie zuerst einen Ausschnitt hoch.
Danach legen Sie die Kanäle fest und verbinden den Zahlungsanbieter. Veröffentlichen Sie die Karte erst, wenn Sie die Gästeansicht selbst auf dem Handy geprüft haben, mit einer echten Testbestellung bis in die Küche. Erst dann kommt der QR-Code auf den Tisch.
Die Testphase dauert 14 Tage, einige Funktionen sind gesperrt, darunter eine eigene Domain und In-App-Promotions. Auch Analysen über 30 Tage hinaus sind gesperrt. Nutzen Sie die 14 Tage vor allem für den Bestellweg bis in die Küche.
| Kanal | Was der Gast tut | Was Sie einstellen |
|---|---|---|
| Tisch per QR-Code | Scannt, bestellt und bezahlt am Tisch | Eigener QR-Code je Tisch oder ein QR-Code für alle Tische |
| Abholung und Lieferung | Bestellt über Link oder QR-Code, auch für später | Liefergebühr, Lieferzeit, Mindestbestellwert, Vorbestellung, Kundenformular, Trinkgeld, Altersabfrage, Stornierung |
| Tablet im Lokal | Bestellt am Gerät oder der Service bestellt für ihn | Full Service (Tablet in der Hand des Kellners), Table Top (Tablet fest am Tisch), Kiosk (Selbstbedienung mit Nummer) |
Häufig gestellte Fragen
- Brauche ich zum Start eine Kasse oder ein anderes System dahinter?
- Nein. Die Bestellungen erscheinen in der Bestellansicht von FineDine. Wollen Sie sie in die Kasse übernehmen, brauchen Sie eine Anbindung aus dem Marketplace, und die Liste ist nicht auf deutsche Kassen zugeschnitten.
- Wie viele Sprachen kann die Speisekarte?
- Das hängt vom Tarif ab. In der Testphase gibt es neben der Hauptsprache eine Zusatzsprache. Wie viele Sprachen ein Tarif erlaubt, steht auf der Preisseite. Die Sprachen der FineDine-Website sind davon unabhängig.
- Kann ich Alkohol nur an Volljährige ausgeben?
- In den Bestelleinstellungen gibt es eine Altersabfrage für Alkohol. Eine Kontrolle bei Abholung oder Lieferung ersetzt sie nicht, die bleibt Sache Ihres Personals.
- Was kostet das System?
- Tarife, Bestellkontingente und Zusatzoptionen stehen auf der Preisseite, weil sie sich ändern. Der Zahlungsanbieter berechnet seine Gebühren zusätzlich und unabhängig von der Software.
- Kann ich Bestellungen auf einem Bondrucker ausgeben?
- Im Marketplace gibt es eine Anbindung für einen Bondrucker. Ob Ihr Druckermodell damit läuft, klären Sie vor dem Kauf mit dem Support, denn die Anbindung nennt kein Modell.


