Ob sich ein Tablet in Ihrem Betrieb lohnt, hängt weniger vom Gerät ab als davon, wer darauf tippt: der Gast am Tisch, der Kellner im Gang oder der Gast auf seinem eigenen Handy. Und davon, wohin die Bestellung danach geht, in die Küche, an die Kasse oder auf einen Bondrucker. Fünf Varianten kommen dafür in Frage. Zu jeder steht hier, bei welchem Service sie passt und bei welchem eher nicht.
Fünf Varianten, ein Entscheidungsweg
Am Anfang steht die Frage, wer die Bestellung eingibt. Tippt der Gast selbst, bleibt offen, ob auf einem Gerät des Hauses oder auf dem eigenen Handy. Tippt das Team, ist es ein Kellner-Tablet. Davon unabhängig ist die Anbindung an Kasse und Küche, und wer Abholung oder Lieferung anbietet, braucht zusätzlich den Online-Weg. Einen weiteren Überblick über digitale Bestellformen gibt der Beitrag Digitale Bestellung im Restaurant.
Tisch-Tablet und Kellner-Tablet: derselbe Bildschirm, zwei Arbeitsweisen
In FineDine legen Sie unter Orders > Ordering Settings für das Tablet einen von drei Modi fest. Im Modus Table Top wird das Tablet einem Tisch zugewiesen und der Gast bestellt selbst. Im Modus Full Service eröffnet jede Bestellung einen neuen Bon, und das Tablet geht mit dem Kellner durch den Raum. Im Modus Kiosk bekommt jeder Gast eine Bonnummer, das passt zu Theke und Abholung, aber nicht zu einem Abend mit Bedienung. Außerdem stellen Sie ein, wer die Bestellung abschickt und wer den Tisch auswählt, Kunde oder Kellner, und ob das Gerät nach dem Absenden zum Startbildschirm zurückspringt. Bei einem Tisch-Tablet sollte man das nicht übergehen, sonst landet der nächste Gast in der Bestellung seines Vorgängers.
Ein Tisch-Tablet lohnt sich vor allem, wenn Gäste lange sitzen und die Karte so groß ist, dass sie viel Nachfragen auslöst. Bei kleinen Tischen oder schnellem Wechsel steht das Gerät eher im Weg. Das Kellner-Tablet passt dort, wo der Service persönlich bleiben soll und nur der Weg zur Station wegfallen soll. Bestellen die Gäste ohnehin selbst, braucht das Team kein zusätzliches Gerät in der Hand. Ausführlicher vergleicht das der Beitrag Bestellen am Tisch: Kellner-Tablet, QR-Code oder Tisch-Tablet.
Die Kopplung ist schnell erledigt: Unter Settings > QR Codes > Tablet stehen die Venue-ID, ein vierstelliger Pincode und ein QR-Code, den das Tablet scannt. Das Tablet-Menü hat unter Design & Display eine eigene Registerkarte und wird unabhängig vom QR-Menü gestaltet, mit eigenen Farben und eigener Schrift.
QR-Menü auf dem Gästehandy: kein Gerät, dafür Voraussetzungen beim Gast
Beim QR-Menü bestellt der Gast auf seinem eigenen Telefon, das ist also etwas anderes als ein Tisch-Tablet. Sie kaufen keine Geräte und laden keine Akkus, dafür braucht der Gast Handy und Empfang. FineDine bietet entweder einen eigenen QR-Code pro Tisch, der die Tischnummer mitführt, oder einen gemeinsamen Code, bei dem der Gast die Nummer selbst eintippt. Bestellung und Zahlung schalten Sie getrennt frei. Als Zahlungsarten stehen Karte am Kassenterminal, Bargeld und Online-Zahlung mit Apple Pay, Google Pay oder Karte zur Wahl, dazu kommen Trinkgeld, Mindestbestellwert und eine Altersabfrage für alkoholische Getränke.
Der gemeinsame Code spart Druckkosten, aber jede Bestellung hängt dann davon ab, dass der Gast die richtige Tischnummer eingibt. Wenn Gäste lange sitzen und nachbestellen, ist der Code pro Tisch die sicherere Wahl. Wie der Ablauf von Scan bis Bon aussieht, steht im Beitrag QR-Code-Bestellsystem.
Kasse und Küche: die Frage vor dem Kauf
Ein Tablet ist nur der Eingang. Klären Sie deshalb vorab, wo die Bestellung ankommen muss: auf einem Bondrucker in der Küche, auf einem Bildschirm oder in Ihrer bestehenden Kasse. Im FineDine-Panel landen Bestellungen im Bereich Orders, mit den Ansichten Live, Ready und Closed und einer Vollbildansicht. Der Marketplace listet 11 Kassensysteme, 10 Zahlungsanbieter und einen Bondrucker, einen Küchenbildschirm als eigenes Gerät führt er nicht auf. Schaut Ihre Küche heute auf einen Bildschirm, besprechen Sie das mit dem Anbieter, bevor Sie etwas anschaffen. Und prüfen Sie, ob Ihre Kasse im Marketplace steht. Wie man das Werkzeug zum eigenen Engpass auswählt, beschreibt der Beitrag Restaurant-Management-Tools.
Online-Bestellung: gehört zum Außer-Haus-Geschäft, nicht an den Tisch
Ein Online-Bestellsystem nimmt Bestellungen an, während der Gast nicht im Haus ist, also für Abholung oder Lieferung. Am Tisch hilft es nicht. In FineDine hat der Bereich Delivery & Pick-Up eigene Einstellungen für Bestell-E-Mail, Mindestbestellwert, Liefergebühr, Lieferzeit aus Zubereitung und Weg, Vorbestellung für spätere Tage und ein Kundenformular. Für Online-Zahlung binden Sie einen Zahlungsanbieter über den Marketplace an. Mit reinem Tischservice können Sie diesen Teil auslassen. Haben Sie beides, kommt es vor allem darauf an, dass Küche und Station beide Kanäle auf demselben Weg sehen. Worauf es bei der Auswahl ankommt, steht im Beitrag Online-Bestellsystem fürs Restaurant.
Welche Betriebe mit Tablets arbeiten
Das hängt weniger an der Branche als am Service. Tablets sieht man dort, wo viel bestellt, nachbestellt und abgerechnet wird: in Restaurants mit Bedienung, in Bars mit Altersprüfung, in Cafés und Bäckereien mit Theke im Kiosk-Modus, in Hotels beim Frühstück und im Zimmerservice. Für Hotel und Pension hat das QR-Menü eigene Grenzen, die der Beitrag QR-Menü im Hotel und in der Pension behandelt. Ein Imbiss mit kurzer Karte und schnellem Wechsel braucht dagegen oft keinen Bildschirm am Tisch.
Nach vier Wochen prüfen, ob es sich ausgewirkt hat
Läuft das Tablet, vergleichen Sie, statt zu schätzen. Der Bereich AI Reports (FineDine IQ) aktualisiert sich stündlich und stellt Zeiträume von 7, 14, 28 oder 90 Tagen dem Vorzeitraum gegenüber. Revenue, Orders und Avg Ticket zeigen, ob sich etwas bewegt hat, und die Registerkarten Tables, Employees und Timing, wo. Nehmen Sie dafür gleiche Wochentage, sonst misst der Vergleich das Wetter und nicht das Tablet. Auch dann sehen Sie eine Richtung und keinen Beweis, denn in vier Wochen ändern sich Karte, Team und Gäste gleichzeitig.
Was das Ganze kostet
Die Kosten verteilen sich auf mehrere Posten: das Software-Abo, die Hardware (Tablet, Halterung, stabiles WLAN), die Gebühren des Zahlungsanbieters und gegebenenfalls ein Bondrucker. Hardware und Zahlungsgebühren legt kein Software-Anbieter fest. Die Abopreise von FineDine stehen auf der Preisseite.
| Variante | Wer gibt die Bestellung ein | Passt, wenn | Passt eher nicht, wenn |
|---|---|---|---|
| Tisch-Tablet (Table Top) | Gast am zugewiesenen Gerät | Gäste sitzen lange, große Karte, klar nummerierte Tische | kleine Tische, schneller Wechsel |
| Kellner-Tablet (Full Service) | Kellner | persönlicher Service, kürzere Wege zur Station | Gäste bestellen ohnehin selbst |
| QR-Menü am Gästehandy | Gast mit eigenem Telefon | viele Tische, kein Gerätepark gewünscht | Gäste ohne Handy oder Empfang |
| Anbindung an Kasse und Küche | je nach Variante | Bestellung muss auf Bondrucker oder in die Kasse | Küche arbeitet mit einem Bildschirm, den die Anbindung nicht abdeckt |
| Online-Bestellung | Gast von zu Hause | Abholung oder Lieferung | reiner Tischservice |
Häufig gestellte Fragen
- Welche Servicearten am Tisch gibt es, und wo hilft ein Tablet?
- Üblich sind Tellerservice am Platz, Buffet, Family Style, Selbstbedienung an der Theke und Barservice, wobei die Aufzählungen in Fachtexten voneinander abweichen. Ein Tablet hilft überall dort, wo eine Bestellung aufgenommen wird: bei Bedienung am Platz, an der Theke im Kiosk-Modus und an der Bar. Beim Buffet gibt es kaum etwas zu bestellen.
- Was bedeutet die 30/30/30/10-Regel in der Gastronomie?
- Das ist eine Faustregel zur Kostenverteilung: etwa je 30 Prozent für Wareneinsatz, Personal und Betriebskosten, 10 Prozent als Gewinn. Sie ist ein grober Richtwert und passt nicht auf jedes Konzept. Die Personalzeile verändert ein Tablet nur, wenn es tatsächlich Wege oder Handgriffe einspart.
- Was kostet ein Online-Bestellsystem?
- Neben dem Abo fallen Gebühren Ihres Zahlungsanbieters an, bei Lieferung kommt Ihre eigene Logistik dazu. Die Abopreise von FineDine stehen auf der Preisseite.
- Wie wird ein Tablet mit dem Menü verbunden?
- Unter Settings > QR Codes > Tablet finden Sie die Venue-ID, einen vierstelligen Pincode und einen QR-Code, den das Tablet scannt.
- Sieht das Tablet-Menü aus wie das QR-Menü?
- Nicht zwingend. Unter Design & Display haben QR-Menü und Tablet-Menü je eine eigene Registerkarte und lassen sich unabhängig voneinander gestalten.


