„Am Tisch“ steht auf Speisekarten meist für Gerichte, die vor den Augen des Gastes fertig werden: tranchiert, flambiert, angemacht. Beim Bestellen am Tisch (tableside ordering) geht es um etwas anderes. Die Bestellung wird direkt am Tisch erfasst und geht ohne Zettel an Küche oder Bar, ob über das Handgerät des Kellners, ein Tablet auf dem Tisch oder das Smartphone des Gastes per QR-Code. Welche dieser Formen sich lohnt, hängt davon ab, wo bei Ihnen im Service die Zeit liegen bleibt. Keine löst jeden Engpass, und in manchen Betrieben bringt keine etwas.
Zwei Bedeutungen von „am Tisch“
Steht „am Tisch zubereitet“ auf der Karte, ist das Service im klassischen Sinn: Der Wagen oder die Pfanne kommt an den Tisch, und der Gast schaut zu. Mit einem Bestellsystem hat das nichts zu tun. Der Gast plant dafür nur oft mehr Zeit und einen höheren Preis ein.
Beim Bestellen am Tisch geht es dagegen um Technik. Der Kellner läuft nicht mehr zur Station, um den Bon zu tippen, und in der Küche muss niemand Handschrift entziffern. Es gibt vier Formen: Kellner mit Handgerät, Tablet am Tisch, QR-Code auf dem Smartphone des Gastes und Bezahlen am Tisch. Die ersten drei betreffen die Bestellung, die vierte die Rechnung, und hier wird am häufigsten etwas verwechselt. Wer vor allem unter der Wartezeit auf die Rechnung leidet, dem hilft ein Bestell-Tablet kaum.
Kellner mit Handgerät: lohnt sich bei langen Wegen
Ein Handgerät bringt am meisten, wenn der Weg vom Tisch zur Kasse oder Station weit ist, also bei großem Gastraum, mehreren Ebenen oder einer Terrasse. Der Kellner nimmt die Bestellung auf, fragt bei Sonderwünschen nach und empfiehlt nebenbei etwas. Das Gespräch am Tisch bleibt, deshalb passt die Form zu Häusern, in denen der Gast bedient werden will.
In einem kleinen Raum, in dem der Kellner nach drei Schritten ohnehin an der Station steht, spart das Gerät kaum Zeit. Dafür muss jemand die Geräte laden, pflegen und neuen Kollegen erklären.
In FineDine heißt diese Variante im Tablet-Kanal „Full Service“. Jede Bestellung ergibt einen neuen Bon, das Tablet wandert mit dem Kellner, und Tisch und Bestellung legt der Kellner fest statt des Gastes. Wie sich Kellner-Tablet, Tisch-Tablet und QR-Code vergleichen, steht in Tablet-Bestellsystem im Restaurant.
Tablet am Tisch (Table Top): der Gast bestellt am festen Gerät
Beim Tablet am Tisch steht das Gerät fest am Platz, und der Gast wählt selbst aus der Karte. In FineDine heißt dieser Modus im Tablet-Kanal „Table Top“. Anders als beim QR-Code braucht der Gast dafür kein eigenes Smartphone, und anders als beim Handgerät läuft der Kellner nicht mit dem Gerät von Tisch zu Tisch.
Das lohnt sich, wenn Gäste in Ruhe stöbern, der Service nicht jede Bestellung begleiten muss und trotzdem nicht jeder sein Handy benutzen soll. Pro Tisch braucht es allerdings ein eigenes Gerät, das jemand laden und pflegen muss.
Wenig bringt es in kleinen Betrieben mit wenigen Tischen, weil sich die Anschaffung dort kaum rechnet, und in Häusern, in denen die Beratung am Tisch zum Angebot gehört. Ist die Küche der Engpass, ändert auch ein Tablet am Tisch nichts.
Gast bestellt selbst per QR-Code
Der QR-Code ist die schlankste Form, weil keine Geräte angeschafft werden müssen. Er passt zu Café, Bäckerei, Mittagsgeschäft und Biergarten, überall dort, wo Gäste schnell etwas aussuchen und der Service nicht jede Bestellung begleiten muss.
Schwächer ist er, wo viele Gäste kein Smartphone zur Hand oder keinen Empfang haben, und in Häusern, in denen die Beratung am Tisch zum Angebot gehört. Auch bei großen Runden, die gemeinsam bestellen, spricht mancher Gast lieber mit dem Kellner.
In den QR-Einstellungen von FineDine gibt es zwei Varianten: einen eigenen Code pro Tisch, der die Tischnummer automatisch mitgibt, oder einen Code für alle Tische, bei dem der Gast die Nummer selbst eintippt. Die zweite ist schneller eingerichtet, aber die Nummer kann falsch sein, und dann steht das Essen am falschen Tisch. Für alkoholische Getränke lässt sich in den Bestelleinstellungen eine Altersabfrage aktivieren. Wie der Ablauf im Detail aussieht, beschreibt QR-Code-Bestellsystem: So funktioniert Bestellen per Scan am Tisch.
Bezahlen am Tisch löst ein anderes Problem
Das Bezahlen am Tisch hilft, wenn Gäste am Ende des Besuchs auf die Rechnung warten und der Tisch dadurch später frei wird. Spürbar ist das im Mittagsgeschäft, wenn Gäste pünktlich zurück ins Büro müssen, und an vollen Abenden, an denen der Kellner mit dem Kartenterminal von Tisch zu Tisch läuft.
Ist dagegen die Bestellaufnahme der Engpass, ändert es nichts. Wer die Rechnung schnell bekommt, aber zehn Minuten auf die Bestellung wartet, hat das falsche Problem gelöst.
In den Bestelleinstellungen von FineDine lassen sich für Bestellungen am Tisch Kartenzahlung über das Terminal, Barzahlung und Online-Zahlung (Apple Pay, Google Pay, Karte) auswählen, dazu Trinkgeld. Für getrenntes Bezahlen gibt es „Fast Checkout“ mit Aufteilungsoptionen, das laut Panel über Stripe oder Myfatoorah läuft. Im Tablet-Modus kann der Gast außerdem die Rechnung anfordern. Wo Bezahlen am Tisch im Service wirklich Zeit bringt, behandelt QR-Zahlung im Mittagsgeschäft.
Welche Form zu welchem Engpass passt
Entscheidend ist, was bei Ihnen im Service am häufigsten wartet: der Kellner auf den Bon, der Gast auf die Bestellaufnahme oder der Gast auf die Rechnung. Die Tabelle stellt die vier Formen dem jeweils gegenüber.
Wo Bestellen am Tisch nichts bringt
Ist die Küche der Engpass, kommt der Bon digital nur schneller bei einer Küche an, die ohnehin voll ist. Die Wartezeit des Gastes sinkt dadurch nicht, sie wird nur früher sichtbar.
Bei Theke, Imbiss oder Foodtruck bestellen Gäste ohnehin am Fenster oder an der Kasse, da braucht es keinen Tisch. Dort passt eher der Kiosk-Modus, den FineDine im Tablet-Kanal anbietet: Jeder Gast bekommt eine Bonnummer. Betriebe ohne Gastraum (Cloud Kitchen) haben gar keinen Tisch, für sie zählen Lieferung und Abholung.
Sehr kleine Betriebe mit wenigen Tischen und ein oder zwei Kellnern gewinnen oft wenig, weil der Weg zur Station kurz ist. Und wer seine Karte nicht aktuell hält, bekommt mit digitaler Bestellung ein zusätzliches Problem: Der Gast bestellt, was nicht mehr da ist. In FineDine lässt sich ein Gericht pro Artikel als ausverkauft markieren, aber das muss jemand im Service auch tun. Einen Überblick über die Varianten und ihre Grenzen gibt Digitale Bestellung im Restaurant: Welche Form zu Ihrem Engpass passt.
Software auswählen, ohne auf eine Top-5-Liste zu schauen
Eine Rangliste der besten Kassensysteme hilft wenig, denn die Frage lautet nicht, welches System das beste ist, sondern welches zu Ihrer Kasse, Ihrem Raum und Ihrem Engpass passt. Zwei Prüfungen ersparen am meisten Ärger. Erstens: Landet die Bestellung in der Kasse, die Sie schon nutzen? Zweitens: Unterstützt das System die Form, die Sie für Ihren Service brauchen?
FineDine hat dafür einen Marketplace mit Anbindungen an POS-Systeme, darunter Clover, Revel, Foodics und Epos Now, sowie an Zahlungsanbieter wie Stripe und Square. Beim getrennten Bezahlen am Tisch gilt eine Einschränkung: Die Aufteilungsoptionen von „Fast Checkout“ laufen laut Panel nur über Stripe oder Myfatoorah, nicht über Square. Ob Ihre Kasse im Marketplace gelistet ist, sehen Sie dort, ebenso ob eine in Deutschland verbreitete Kasse dabei ist. Wer mehrere Werkzeuge nach Engpass vergleichen will, findet Hilfe in Restaurant-Management-Tools: Welches Werkzeug zu welchem Engpass passt.
| Form | Wer erfasst | Passt gut bei | Bringt wenig bei |
|---|---|---|---|
| Kellner mit Handgerät | Kellner | langen Wegen zur Station, beratungsintensivem Service | kleinem Raum, kurzen Wegen |
| Tablet am Tisch (Table Top) | Gast | Gästen ohne eigenes Smartphone, Service ohne Beratung an jedem Tisch | wenigen Tischen, beratungsintensivem Service |
| QR-Code am Tisch | Gast | Café, Bäckerei, Mittagsgeschäft, Biergarten | Gästen ohne Smartphone, Beratung als Teil des Angebots |
| Bezahlen am Tisch | Gast oder Kellner | Warten auf die Rechnung, schneller Tischwechsel | Engpass bei der Bestellaufnahme |
Häufig gestellte Fragen
- Brauche ich für das Bestellen am Tisch unbedingt Tablets?
- Nein. Es geht auch mit einem Handgerät für den Kellner oder mit dem Smartphone des Gastes per QR-Code. Wer Tablets einsetzen will: In FineDine heißen die Tablet-Modi Full Service, Table Top und Kiosk.
- Muss der Gast bei einem QR-Code pro Tisch die Tischnummer eintippen?
- Nein. Bei einem eigenen Code pro Tisch trägt der Code die Tischnummer mit. Nur bei einem gemeinsamen Code für alle Tische gibt der Gast sie selbst ein.
- Lässt sich bei Bestellungen am Tisch eine Altersabfrage für Alkohol einstellen?
- In den Bestelleinstellungen von FineDine gibt es dafür eine Altersabfrage für alkoholische Artikel. Ob sie Ihre rechtlichen Pflichten abdeckt, klären Sie bitte für Ihren Betrieb.
- Gibt es ein bestes Kassensystem für Restaurants?
- Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Es kommt darauf an, ob das System an Ihre vorhandene Kasse anbindet und zu Ihrem Service passt. Die im FineDine Marketplace gelisteten POS-Systeme sehen Sie dort direkt.


